Dateien taufen - Ein Leitfaden für digitale Pilger der Generation 60+
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In den guten alten Zeiten begann das Leben eines frommen Katholiken oder Protestanten mit der Taufe - ein Akt, der den jungen Gläubigen in die christliche Gemeinschaft einführte. Ähnlich verhält es sich heute mit unseren digitalen Schöpfungen. Bevor wir eine neue Datei erschaffen, sollten wir sie ebenfalls taufen und ihr einen eindeutigen, sprechenden Namen verleihen.
Aber ach, wie schnell vergessen wir die Macht eines guten Dateinamens, bis wir verzweifelt nach einer verlorenen Datei suchen wie nach dem Heiligen Gral.
Moderne Technologie mag uns einiges abnehmen, doch hat Ihr Smartphone Sie je gefragt, welchen Namen Sie Ihrem Schnappschuss geben möchten?
Und was ist mit dem Urlaubsfoto von der charmanten Kapelle auf Sylt? War es vor 5 Jahren oder schon vor 7? Oh, wie ich wünschte, ich hätte diesen Bildern sinnvolle Namen gegeben. Diese automatisch vergebenen Bezeichnungen wie IMG_20230405_131415.JPG sind nicht gerade hilfreich. Digitale Dateien sind da keine Ausnahme.
Deshalb sollten wir uns der Kunst der Namensgebung widmen, einer digitalen Taufe für unsere Daten. Denn sprechende Namen und eine organisierte Ablagestruktur machen das Wiederfinden selbst nach Jahren zum Kinderspiel.
Hier ist ein Vorschlag für eine vernünftige Namenskonvention:
Vorschlag für eine sinnvolle Namensvergabe von Dateien:
JJJJMMTT_Besitzer_Absender_Thema.erw
- Datum (Empfehlung: das Rechnungsdatum oder das Datum des Events der Fotos angeben, nicht das Datum des Abspeicherns):
- JJJJ= Jahr, vierstellig
- MM= Monat als Zahl, zweistellig
- TT= Tag als Zahl, zweistellig
- Besitzer= kann auch Adressat sein, der, dem die Datei gehört *)
- Absender= bei einer Mail der Absender, der Lieferant *)
- Thema= um was geht es? Welche Art von Versicherung z.B., Vertragsnr, kurzum eine Beschreibung, die das ganze näher umfasst
- erw= Datei-Erweiterung. Bitte die vorgegebene Erweiterung nicht verändern, sonst kann die Datei oder das Bild nicht mehr angezeigt oder bearbeitet werden. Bilder haben i.d.R. die Erweiterung jpg, oder png, Textdateien txt (oder docx, wenn es sich um Word-Dateien handelt), usw.
*) kann auch weggelassen werden. Wenn man die Datei morgen aber jemandem schicken muss (z.B. dem Steuerberater), dann sind diese Angaben durchaus hilfreich bis existenziell
Wichtig dabei:
- keine Leerzeichen (statt dessen z.B. Bindestrich verwenden oder Worte zusammenschreiben, jeweils aber mit Großbuchstaben beginnen: SoWieHierZumBeispiel)
- keine Umlaute
- keine Satz- und Sonderzeichen, auch keine Punkte (nur am Ende zur Trennung zur Dateierweiterung)
- Ob man das Datum im Dateinamen voranstellt oder vor der Dateierweiterung anfügt (Besitzer_Absender_Thema_JJJJMMTT.erw) ist "Geschmackssache". Ist das Datum vorangestellt, werden die Dateien immer nach diesem bewußt vergebenen Datum sortiert.
Also, liebe Generation 60+, lassen Sie uns unsere digitalen Schätze mit wohlüberlegten Namen versehen und sie auf ihren Weg schicken - auf dass sie nie wieder verloren gehen mögen in den unendlichen Weiten des Cyberspace!
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